das a team in der dauphiné

Das A-Team in der Dauphiné

Oder: vom Dom zur großen Ruine und von A wie Aufi, es geht sich Aus zu Alternative und OranginA!

Aufi, die Dauphiné ruft! Das hieß es für Carina, Heike, Philipp und Julian in diesem Sommer. Treffpunkt und Knotenpunkt der nächsten zehn Tage war ein Campingplatz in Villar-d´Arêne in Frankreich. Carina und Philipp kamen von einer großartigen Tour rund um und auf den Monviso, Heike und Julian hatten sich auch schon etwas akklimatisiert. Nun stand endlich unser gemeinsamer Urlaub im wunderschönen Gebiet der Dauphiné an. Kurz über unsere Gruppe, die es ohne den Aachener Alpenverein so nicht gäbe: Carina und Heike haben zusammen Abitur gemacht, sich danach aber aus den Augen verloren. Vor zwei Jahren haben wir uns nach 10 Jahren in der Kletterhalle wieder getroffen und stellten fest, dass wir, Carina, Heike und Philipp auch noch für denselben Hochtourenkurs der Sektion angemeldet waren. Es war Liebe auf den zweiten Blick! Seitdem sind wir feste Kletter- und Urlaubspartner*innen. Heike und Julian lernten sich im selben Jahr beim Alpinkletterkurs der Sektion kennen. Jetzt bleibt noch die Frage, warum A-Team? Unsere ersten gemeinsamen Urlaube waren gespickt von Alternativen, die wir finden mussten, da sich unsere Pläne nicht so umsetzen ließen, wie vorher enthusiastisch geplant, aber so ist das nun mal in den Bergen…. Wir nehmen es mit Humor und hoffen, dass wir in diesem Urlaub möglichst wenig Alternativen finden müssen.

“Es geht sich scho aus”

Hilfreich dafür war, dass wir vorab keine Pläne bis auf den ersten Campingplatz gemacht hatten. Hier wartet schon die erste Empfehlung! Ein schöner, ruhiger, sauberer Platz mit einer sehr netten Besitzerin, wir nennen sie einfach die „Madame“. Als erstes nahmen wir uns die Barre des Écrins vor. Ein bisschen Autofahrt, ein langer Aufstieg zum Refuge des Écrins, dann ging es am nächsten Tag früh ca. gegen 4 Uhr los. Wir waren natürlich nicht die Einzigen dort. Als höchster Berg des Gebiets und 4000er zieht es logischerweise viele Bergsteiger*innen an. Wir hingen am Anfang hinter einer Gruppe Spanier*innen, die mehr diskutierten, über was auch immer, anstatt vorwärtszugehen. Irgendwann konnten wir uns lösen, liefen in meditativer Ruhe über den Gletscher und ins immer steiler ansteigende Bergmassiv, vorbei an beeindruckenden Gletscherbrüchen. Eine vom Hüttenwirt beschriebene, problematische Stelle ließ sich in der Früh zum Glück noch gut passieren. Auf dem Gipfelgrat entschieden wir uns dann jedoch umzukehren und den Gipfel der Barre des Écrins auszulassen, da aufgrund der hohen Wärmeentwicklung im Laufe des Tages die 0-Grad-Grenze auf 4500m anstieg (!) und noch ein langer Abstieg vor uns lag. Stattdessen gingen wir, wie die meisten anderen, auf den schönen Vorgipfel, den Dôme de Neige des Écrins, so hatten wir auch die 4000m-Marke überschritten (4015m) und einen tollen Gipfel.

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Tipptopp

Nach dieser super Tour machten wir wieder ein paar Tage Pause am Campingplatz. Klettern ist in der Region auch an vielen Stellen sehr schön möglich. Ein kleines Klettergebiet befindet sich direkt am Zeltplatz und auch Mehrseillängen finden sich mit dem Auto in nächster Nähe, zum Beispiel am „Roche Robert“. Nebenbei mussten wir noch unsere heißbegehrten Oranginas vor Kindern im Fluss verteidigen (“Regarde-la! Une Orangina!”) und Schmerzen aus Schokolade (Pain au Chocolat) in Massen genießen.
Hoppa, hoch mit dem alten Mann – rundum ein Highlight!

Als zweite Hochtour suchten wir uns dann die Grande Ruine, 3765m, heraus. Einmal aufgrund des vielversprechenden Namens, laut dem bedeutenden Bergsteiger Gaston Rebuffat der schönste Panoramaberg in der Écrins, und da wir die Tour vom Campingplatz starten konnten. Der sehr lange Zustieg zur Hütte erwies sich als traumhaft schön, eine Idylle aus Wasser, die Gumpen luden zu einem ausgiebigen Bad ein, und steppenähnlicher Ebene. Unser Stützpunkt für zwei Nächte war die kleine, schöne und charmant geführte Refuge Adèle Planchard. Hervorragende Bedingungen, eine schöne Hochtour mit Gletscher, ein bisschen Kletterei und atemberaubender Aussicht. So stand das A-Team an Heikes Geburtstag gemeinsam auf dem Gipfel, ein Geburtstagsständchen hallte ins Tal hinunter, mit Opa Giers alter Mundharmonika spielten wir ein Gipfelliedchen und blickten dabei von Barre des Écrins, die Meije, Mont Blanc, Monviso bis zum Matterhorn! Auch war hier nicht ganz so viel los wie auf der anderen Seite Richtung Écrins. Einfach tipptopp!

Adieu und aufi in neue Abenteuer

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Nochmal zwei Nächte auf unserem Lieblingscampingplatz bei der Madame, ein oder zwei hausgemachte Génépis und schon neigte sich der Urlaub dem Ende. Selig von großartigen Touren, super Stimmung und einer wunderschönen Umgebung ging es für Carina und Philipp auf direktem Wege nach Aachen zurück. Heike und Julian machten alternativ (da haben wir es doch) noch einen Abstecher in die Schweiz, besuchten die Sommerfahrt der JDAV in Saas Grund und gingen dann das Bietschhorn an, was eigentlich schon für Anfang der Ferien geplant, aber aufgrund des Wetters nicht möglich gewesen war. So schließt sich der Kreis und wir freuen uns auf viele weitere gemeinsame A-Team Touren mit mal mehr oder weniger Alternativen – “es geht sich scho aus”! „Hoppa, hoch mit dem alten Mann“ (Zitat Julian – nebenbei bemerkt der jüngste unserer Truppe) und “Tipptopp” (passt immer) sind also hoffentlich noch viele Jahre unser Motto.

Unterkünfte:

Camping municipal de Villar d’Arène – Arsine
Camping Les Vaudois
Refuge des Écrins
Refuge du Glacier Blanc
Refuge Adèle Planchard

Literatur:

H. Eberlin & R. Gantzhorn: Hochtouren Westalpen, Band 2. Rother Verlag
S. von Känel: Plaisir Sud, Band 2. Filidor Verlag
J.-M. Cambon Kletterführer Oisans noveau oisans sauvage. Asso Tiops Cambon

Karte:

IGN 3436 ET Meije, Pelvoux, Wanderkarte 1:25.000

Dav Icon Fleisch Green
Text: Heike Gier – Fotos: Gruppe