25.08.25 fähre nach moskenes, lofoten bei endlich besserem wetter..

Durch Skandinavien mit nachhaltiger Tourenplanung – geht das?

Es ist Ende November 2024 – mein Finger schwebt über der Tastatur meines PC. Aufgerufen ist „Interrail Senior Ticket“, der 3-Monats-Globalpass, gültig für 33 Länder Europas, jetzt gerade mit 25% Rabatt, d.h. für € 649.- zu bekommen!! Soll ich?!

Der Finger drückt „okay“ – und die Planung beginnt.

Ich bin Susanne, 71 Jahre alt, seit 2010 in jedem Jahr drei Wochen weitwandernd im gesamten Alpenbogen unterwegs und mit Planungen für große Touren vertraut.

Doch in diesem Jahr soll sich mein ganz großer Traum erfüllen. Ich möchte zunächst Norwegen und später Schweden, Finnland und Estland ohne Flugzeug, ohne eigenen PKW und ohne Wohnmobil erkunden. Jetzt habe ich die Zeit, diese Reisen zu machen – ich freue mich!!

Die Planung folgt diesem roten Faden: „Wie komme ich hin?“, „Wohin genau?“, „Wo schlafe ich?“ und „Was esse ich?“ Dieser Vierklang wird mich wochenlang, nein monatelang bei der Planung begleiten…

01.08.25 der osloer oper auf
Der Osloer Oper auf’s Dach gestiegen

„Wie komme ich hin?“

Die Frage nach der Mobilität ist bereits entschieden: mit Zügen, und auch mit Bussen, Fähren – ja, die gibt es in Norwegen sogar als ÖPNV-Angebot – und natürlich zu Fuß werde ich unterwegs sein.

„Wohin genau?“

Im Januar 2025 liegen dann die Ziele wirklich wie die Perlen auf einer vielwöchigen Kette:
Von Aachen geht es über Kopenhagen und Oslo nach Stavanger mit dem Zug – mit dem Flixbus weiter nach Bergen – mit der Fähre durch den Sognefjord nach Flåm – zu Fuß durch den Jotunheimen Nationalpark mit ca. fünf Hüttenübernachtungen – von Otta mit Bahn und Bus nach Ålesund – von dort als Fußpassagier mit dem Hurtigruten Postschiff nach Trondheim – weiter mit dem Zug nach Bodo – mit der Fähre auf die Lofoten – zu Fuß und mit dem Bus über die Lofoten bis Narvik – von dort mit der Bahn über Kirkenes (SE) nach Umea (SE) und mit der Fähre nach Vaasa (FIN).

06.08.25 den sognefjord inhaliert
Den Sognefjord inhaliert

Für Finnland habe ich weitere fünf bis sieben Reisetage eingeplant, bin dort ja wieder in Euroland und die Angebote von privaten Gastgebern steigen enorm, da brauche ich nichts vorbuchen. Auf jeden Fall geht es mit der Bahn im Zick-Zack nach Helsinki – mit der Fähre nach Tallin (EST) – mit der Fähre nach Stockholm und mit der Bahn Richtung Heimat durch Südschweden und Dänemark nach Aachen. Kosten? Alles zusammen ca. € 950.-. Für fast fünf Wochen? Check!

Zwischendurch denke ich, ob ich noch alle beisammen habe…doch irgendwie beiße ich mich durch – Planungstiefs kenne ich auch schon aus früheren Jahren.

„Wo schlafe ich?“

Ja, Skandinavien ist teuer – doch ich möchte nachts einfach ein Ziegel- und kein Wurfzeltdach über dem Kopf haben. So entdecke ich die Plattform Airbnb neu sowie die Hüttenübernachtungen des Norwegischen Wandervereins (DNT). Bei Airbnb gibt es vor allem in Norwegen „noch“ die alte Version – eben keine Ferienwohnungen zur Miete, sondern Schlafen bei Privatleuten, die ein Zimmer in ihrer Wohnung vermieten. Das ist zumeist sogar mit Küchenbenutzung, in vielen Unterkünften mit Waschmaschinennutzung. So gelingt es mir, für (norwegisch angemessenes) kleines Geld Übernachtungen zu buchen. Es stellt sich heraus, dass frühes Buchen auch ratsam ist, denn die preiswerten, zum ÖPNV nahe gelegenen Zimmer sind gefragt und für die Reisezeit im August schnell weg.

„Was esse ich?“

Gerne werde ich abends auf das Angebot der Küchenmitbenutzung zurückkommen, denn ich möchte nicht ständig in die echt teuren Restaurants gehen, sondern in den Lebensmittelgeschäften so weit wie möglich „local food“ kaufen und selbst zubereiten.

Keine Ahnung, ob alles so klappt wie gedacht, gebucht und vorbereitet. Doch „etwas“ Abenteuer muss bei aller Planung bleiben…

Dav Icon Fleisch Green
Susanne Kruchen und AK Umwelt