La belle inconnue – Klettern in Le Laus
Im Land der Großen Pässe findet man die Namen berühmter Passstraßen wie Lautaret, Galibier, Toumalet, Granon und Izoard, die jeder von irgendeiner Tour de France oder aus einer Motorrad Zeitschrift kennt. Wie nicht anders zu erwarten, tummeln sich hier, inmitten der französischen Alpenlandschaft am Fuß des imposanten Meije Massivs viele Radfahrer, die es ihren großen Vorbildern gleichtun wollen, wenn auch in deutlich anderer Geschwindigkeit.
Man muss aber kein Rad- oder Motorradfan sein, um sich für die Berglandschaft rund um den Ort Briançon zu begeistern. Neben den vielen Möglichkeiten für Bergsteiger warten zahlreiche MTB- Strecken, Wanderwege, Klettersteige und Sportklettergebiete auf bergbegeisterte Menschen.
Auf halben Weg zum Col d‘ Izoard, auf ca. 1700m, liegt das Klettergebiet „Le Laus“. Benannt nicht etwa nach lästigen Kleininsekten, sondern nach dem gleichnamigen Örtchen in der Nähe.
Das Besondere des Gebietes ist, dass die überwiegende Zahl der Routen im vierten und fünften Franzosengrad liegt. Routen für die Könner sind in einem Gebiet auf der anderen Straßenseite zu finden.
Das Klettergebiet erreicht man, indem man über einen Balken balanciert, der einen Bachlauf quert. Anschließend erwartet einen leichte Kraxelei, bis man an die Felsen gelangt.
Dank der östlichen Ausrichtung liegen diese am Vormittag in der Sonne. Aufgrund der Höhe ist das selbst an warmen Sommertagen sehr angenehm. Die Kletternden erwarten 30 meist plattige Routen im Schwierigkeitsgrad von 4a bis 5c sowie fünf Routen im Grad 6a, mit Routenlängen zwischen 12- und 20 Metern.
Die Felsen aus Kalkgestein sind nicht speckig und wirklich äußerst komfortabel abgesichert.
Durch die Bäume hat man einen schönen Blick auf die bizarren Felsformationen gegenüber.
Am Nachmittag liegen die Felsen zunehmend im Schatten. Wenn es zu kühl wird oder die Arme ermüdet sind, besteht die Möglichkeit, den Tag im Café des pittoresken kleinen Dorfs ausklingen lassen.



