Sommerfahrt JDAV
Saastal in der Schweiz
Bahnfahrt und Organisation
Nach einem Vortreffen im Mai war es am Morgen des 11.08.25 endlich so weit. Die alljährliche Sommerfahrt der JDAV der Sektion Aachen startete mit 35 Menschen, 17 davon geleitende Jugendleiter*innen, Wiedersehensfreude, Aufregung und mit insgesamt ca. 12,5 Stunden Zugfahrt im Visier am Aachener Hauptbahnhof.
Das Ziel war der Ort Saas-Grund im Kreis Visp in der Schweiz, ein Campingplatz umrundet von Viertausendern. Die lange Fahrt wurde mit etlichen Runden ‚Werwolf‘ spielen verbracht. In Saas-Grund angekommen, war es nur ein kurzer Fußweg an einem Bach entlang bis zum Campingplatz. Wir hatten das Glück, ein Materialauto zur Verfügung zu haben, um dort zu schwere Gepäckstücke wie Zelte und weiteres zu deponieren.
Koch- und Spülteams
Das Materialauto kam an, Zelte wurden aufgebaut, Bierbänke und Biertische als Koch- und Essbereich hergerichtet. Währenddessen liefen auch schon die Abendessensvorbereitungen, denn für jeden Tag wurden Kochteams organisiert, die von Frühstück mit an der Rezeption geholtem Brot bis hin zum täglichen Abendessen (meist inklusive Nachtisch) alle Hände voll zu tun hatten – und es lohnte sich. Diese Kochteams trugen kreative Namen teilweise basierend auf den gewählten Gerichten, u.a. Swaghetti Yolonese, Reis and Shine, Lazy Lachs, Nudeln mit Pesto, Sterneküche etc. Für das Kochen selbst standen zwei große Gaskocher sowie eine Vielzahl an Töpfen, Pfannen und weiteren Küchenutensilien zur Verfügung.
Landschaft, Touren und die Gumpe
Täglich war eine Tourenbesprechung angesetzt, um die Gruppen für den nächsten Tag einzuteilen.
Dank der Vielfalt der Landschaft sah das Programm dieses Jahr ebenso vielseitig aus. Es waren Hochtouren am Gletscher, traumhafte Wanderungen, Mehrseillängen, verschiedene Klettersteige sowie Klettergebiete im Angebot, also war für jede und jeden etwas dabei.
Nach dem vorbereiteten Frühstück (und viel Kaffee) waren die verschiedenen Gruppen hochmotiviert, um zu ihren jeweiligen Touren aufzubrechen.
Viele besuchten während der Sommerfahrt eine Gumpe. Man kann sich unter einer Gumpe ein natürliches Steinbecken vorstellen, welches aus einem Wasserfall gespeist wird und mehrere Stufen hat. In Kombination mit den umrandenden Felsen und der bombastischen Aussicht machte dies die Gumpe zu einem perfekten Ort zum Erholen, Sonnen und Schwimmen nach einer langen Wanderung. Obwohl das Wasser ca. knackige 12*C hatte, ließen es sich die meisten nicht nehmen, ein bisschen im Wasser zu dümpeln.
Die Regenapokalypse
Der dritte Tag brach an, die Kletter- und Wandergruppen waren nur kurz unterwegs, denn es war Gewitter am Nachmittag angesagt. Niemand konnte ahnen, dass eine regelrechte Apokalypse auf uns zukam. Aus dem Materialauto wurden, kurz bevor der Regen einsetzte, mehrere Pavillons gezaubert, um wenigstens den Essbereich des Camps zu schützen.
Da der Boden ausgetrocknet war und wenig bis kein Wasser aufnehmen konnte, wurden die Zelte praktisch überschwemmt.
Verzweifelte Versuche, mit Eispickeln Löcher zum Abfließen in den Boden zu hacken, sowie Dämme oder Rinnen zu bauen, um die Zelte wieder trocken zu legen, wurden während der Abendessensvorbereitung in die Wege geleitet.
Da viele Zelte trocknen mussten, wurde es in den restlichen Zelten etwas voller. Spiele zur Gruppenbildung wurden damit schonmal überflüssig, denn was erzeugt mehr Gemeinschaftsgefühl als das Camp vor Überschwemmung zu schützen, zusammen Essen zuzubereiten und zweimal täglich spülen zu gehen?
Hochtouren
Hochtouren wurden schon Tage im Voraus geplant und geübt, beispielsweise mit Steigeisenübungen auf Schneefeldern und Seilschafts-Übungen auf dem Campingplatz. Um Gefahrensituationen zu proben, wie etwa in eine Gletscherspalte zu fallen, wurden 1a Schauspielkünste ausgepackt, um realistisch auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Auch auf den Schneefeldern wurde fleißig geübt, was zu tun ist, wenn man stolpert und den Berg herunterrutscht. Für viele waren die einmaligen Hochtouren ein sicheres Highlight der Sommerfahrt.

Klettern und Mehrseillängen
Der wunderschöne Fels kombiniert mit der Landschaft machten das Saastal zum Paradies für Kletterbegeisterte. Über die Sommerfahrt hinweg wurden mehrere Mehrseillängen geklettert, jedes Mal ein unglaubliches Erlebnis mit einer Prise Abenteuer dazu. Die Aussicht beim Aufstieg und Abseilen war allenfalls ein Träumchen, trotz eines kleinen Steinschlags ohne Verletzte.
Wandern
Jedes Jahr stehen lange sowie kurze Wanderungen auf dem Programm, diesmal war es nicht anders. Ob Erlebnispfad mit Hängebrücken, kilometerlange Wanderungen mit Pause am Hüpfkissen und Abenteuerspielplatz, Gipfelwanderungen (gelegentlich mit Besen im Gepäck) oder einfach entspannte Spaziergängen zu den Murmeltieren, wurden die Wanderschuhe allenfalls gut In Gebrauch genommen (und die Blasenpflaster auch).
Biwaken und der letzte Tag
Am letzten Abend der Sommerfahrt ließen es sich einige wenige Teilnehmende nicht nehmen, einmal draußen unterm Sternenhimmel zu schlafen. Die Rucksäcke waren schon gepackt verstaut, bereit für den Abreisetag. Damit die Biwakenden weder erfroren noch pitschnasse Schlafsäcke und Isomatten bekamen, wurde einfach eine Plane mit Heringen über die Schlafsäcke gelegt und befestigt. Dick eingemummelt und nur gestört durch die Schreie vom Esel auf der Nachbarweide ging auch der letzte Tag zu Ende.
Am 19.08.25 machten sich alle nach einem Frühstück und Zubereitung der Lunchpakete daran, das Camp aufzuräumen, die Zelte, Bierbänke und -tische abzubauen und in das Materialauto zu verfrachten. Der Platz wurde in einer gemeinsamen Aktion von Müll befreit, sodass wir nach einer Feedbackrunde, einigen panischen Geschirrsuchenden und Abschied nehmen den Weg zur Bushaltestelle antraten.
Die Rückfahrt
Von Saas-Grund ging es mit dem Bus nach Visp, eine Möglichkeit, der Landschaft auf Wiedersehen zu sagen. Nach der ersten von vielen kleinen Pausen des Tages stiegen wir in den Zug nach Basel.
In Basel war genug Umsteigezeit, um gemütlich Pizza und weitere Snacks aus dem Supermarkt nebenan zu genießen und natürlich für eine extralange Runde Werwolf. Das Materialauto war ebenfalls auf dem Weg zurück nach Aachen, wo es wesentlich früher ankam als die Zugfahrenden.
Von Basel fuhren wir mit dem ICE nach Köln die längste Zugfahrt des Tages. Im ICE sowie am Kölner Bahnhof war das Spiel ‚Wo ist die Gurke?‘ ein allseits beliebtes Spektakel.
Müde, erleichtert und etwas traurig, dass es schon vorbei war, erreichten wir den Aachener Hauptbahnhof und mussten noch kurz in das Sektionsbüro ein paar hundert Meter weiter, um unsere Sachen aus dem Materialauto zu holen.
So ging die Sommerfahrt 2025 zu Ende, mit viel Erzählstoff, Abenteuerfeeling, neu erworbener Campingerfahrung und große Vorfreude auf nächstes Jahr im Gepäck.

