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Wie wird man eigentlich Routenbauer und was ist so spannend daran?

Das habe ich mich immer schon mal gefragt und ich bekomme eine Privataudienz an einem Samstagabend in der Tivoli Halle. Silas, Julius und Thomas wollen neue Routen schrauben und ich schaue ihnen dabei über die Schultern.

Bevor es an die Wand geht, bedarf es einer guten Vorbereitung, die mindestens eine Stunde dauert. Material muss gesichtet werden, Bolzen, Griffsets, Volumen und Sicherheitsmaterial, alles wird erstmal bereitgestellt und kontrolliert. Ich merke schnell, dass das eine hochkonzentrierte Angelegenheit ist.

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Arbeitssicherheit hat auch hier natürlich Vorrang, die „Jungs“ tragen Hochsicherheitsgurte (die über die Schultern gehen), Helme, Sicherheitsbrillen und einen Gehörschutz. Zunächst werden Statikseile eingehängt, da es hier keine Steiger (Hebebühnen) gibt und somit keine zusätzlich Sichernde benötigt werden. Es wird insgesamt 4 Stunden dauern, bis drei neue Routen geschraubt sind!

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Es gibt eine Vorgabe, in welchen Bereichen neue Routen geschraubt werden müssen, damit in der Halle bei den Routen eine gewisse Ausgewogenheit herrscht. Man muss das Griffset gut durchdenken, erfahre ich. Schwierigkeitsgrad, Neigung und Bewegungsabläufe müssen festgelegt werden. An diesem Tag schraubt Silas eine 8, Julius eine 6- und Thomas eine 6. Weiter unten werden die „unfreundlichen“ Griffe verbaut und weiter oben in der Schräge die guten Griffe. Aha, denke ich, der Grund warum manche Routen so garstig sind, hat also nichts mit schlechter Laune des Schraubers zu tun, sondern damit, welche Griffe und Tritte das Set hergibt. Es ist also auch ein bisschen Zufallsprinzip dabei.

Silas hat einen Schrauberkurs absolviert und dort natürlich viel über Sicherheit aber auch über die Bewegungsabläufe gelernt. Seitdem er schraubt, habe er sich enorm verbessern können, höre ich.

Schrauben bringt einen persönlich weiter, weiß Silas zu berichten“

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Was hat die drei zum Schrauben gebracht? Die handwerkliche Arbeit mache extrem viel Spaß und die Intuition sei ein weiterer Anreiz. Zu verkopft sollte man nicht Schrauben, sondern sich eher von seinem Körpergefühl leiten lassen. Der Prozess umfasst also Planung, Montage, Testklettern, Anpassungen und Sicherheitsprüfungen. Ich denke spontan, dass ich die Planung beim Klettern nicht immer spüren kann. Das ein oder andere Mal habe ich mich schon gefragt, was dem Schrauber im Kopf herum ging. Doch häufig wird auch nachgeschraubt, denn alle Routen sind ja erstmal von den Kletternden zu bewerten. Es gibt dabei 2 Kategorien, einmal die Schwierigkeit und das andere Mal die Eleganz der Route.

Es wird geschraubt, getüfftelt und hochkonzentriert gearbeitet!

Man merkt definitiv, dass die drei mit Feuer und Flamme dabei sind und es ist immer wieder schön, wenn man in die Halle zum Training kommt und es etwas Neues zum Entdecken gibt. Danke, dass ich dabei sein durfte.

Dav Icon Fleisch Green

Fotos und Text Astrid Scheib