Aachener Gipfelsteig schreibt erste Geschichten
Kaum ist der neue Aachener Gipfelsteig eröffnet, da schreibt er schon die ersten Geschichten. Idee und Initiative zum Steig gehen zurück auf das Dutch Mountain Film Festival. In drei abwechslungsreichen Etappen führt die Strecke rund um unsere Heimatstadt.
Anfang Januar haben zwei Trailrunner Neuland betreten und alle drei Etappen an einem sonnigen Wintertag laufend am Stück absolviert. In rund sieben Stunden haben Hendrike und Helge aus unserer Sektion gezeigt, wie vielseitig der Steig ist und wie viel Abenteuer direkt vor unserer Haustür steckt. Im Interview berichtet Helge von WOW-Momenten, kleinen Überraschungen und warum der Gipfelsteig für ihn ein echtes Mikro-Abenteuer ist.

DAV Sektion Aachen: Seit wann seid ihr als Trailrunner unterwegs und was lauft ihr in der Regel so?
Helge: Bevor ich den Begriff „Trailrunning“ kannte, habe ich vor etwa zehn Jahren regelmäßig sehr lange und schnelle Bergtouren gemacht, die man heute eher als Trailrunning bezeichnen würde als als Wanderungen. Heute halte ich Ausschau nach meist eher regionalen Veranstaltungen, da gibt es doch einige. Auch im täglichen Gebrauch laufe ich am liebsten “offroad” und technisch anspruchsvolle Wege, d.h. bergauf und bergab, schmal und mit vielen Baumwurzeln, Felsbrocken und anderen Hindernissen.
Warum wolltet ihr den neuen Aachener Gipfelsteig unbedingt als Trailrun erleben?
Als ich den neuen Wanderweg sah, habe ich mir gleich die Gesamtlänge angeschaut und gedacht: „Das könnte man doch in einem Tag ganz gut schaffen!“ Und da er viele Waldpassagen enthält, konnte ich mir die Strecke sofort als Traillauf vorstellen.
Wie lange habt ihr insgesamt für den Gipfelsteig gebraucht?
Wir sind morgens um 7:20 Uhr an der Aachener Bastei gestartet und dann nonstop mit zwei Kaffeepausen zum Aufwärmen gelaufen. Zu Ende war unsere Tour am Haus Linde gegen 14:30 Uhr. Wir waren also rund sieben Stunden unterwegs.
Was ging euch beim Start durch den Kopf?
„Einfach mal den Tag genießen und gucken, wie weit wir kommen!“ Obwohl ich nicht damit gerechnet habe, dass wir das nicht bis zum Ende laufen. Ich wusste, dass wir solche Umfänge an Strecke und Höhenmetern bewältigen können. Und wir beide haben die Ruhe, uns nicht von einem Zeitplan stressen zu lassen, sondern ein gutes Körpergefühl und Einschätzungsvermögen, so dass wir eine solche Aktion sehr entspannt angehen, auch wenn wir Ambitionen im Kopf haben. Ein solches Mindset ist sehr wichtig, finde ich.
Gab es einen WOW-Moment unterwegs, bei dem ihr dachtet: „Yes, genau dafür laufen wir Trail!“?
Ich fand den Sonnenaufgang auf dem Schneeberg mit dem Blick nach Osten sehr schön bei den winterlichen Bedingungen, und meiner Partnerin konnte ich den schönen Uferpfad an der Inde von Kornelimünster bis zu den Kalköfen nahe Krauthausen zeigen, den sie noch nicht kannte, und der sie beeindruckte. Aber auch die Indeauen bei Münsterbusch im Schnee mit der Mittagssonne waren ein echter Genuss. Es war eben insgesamt ein herrlicher sonniger Wintertag, den wir erwischt hatten!
Was war die größte sportliche oder mentale Herausforderung auf dem Gipfelsteig?
Gegen Ende waren meine Füße nass und mussten etwas mehr leiden als sonst – aber das war nichts, was mir die Freude am Tag verdorben hätte. Durchhalten gegen Ende der Strecke ist auch immer ein Thema, zu zweit aber viel einfacher als allein.
Was hat euch auf der Strecke am meisten überrascht?
Da wir das Gelände gut kannten, gab es kaum Überraschungen. Nur eine Stelle war neu für mich: Der versteckte Einschnitt zwischen den zwei Tunneln der Bahnlinie nach Köln direkt hinter Eilendorf. Da war ich noch nie!
Der Aachener Gipfelsteig als Trailrun – wie würdet ihr ihn in einem Satz beschreiben?
Ein dankbares Mikro-Abenteuer für alle Öcher, die nicht weit fahren und einfach mal raus wollen!

Wem würdet ihr den Gipfelsteig als Trailrun empfehlen – und warum?
Jedem! Traut Euch einfach! Ein Traillauf muss eben nicht schnell sein, man muss nur aufmerksam bleiben und gut auf das Terrain achten. Das lenkt ab von der Ermüdung. Und da es sich um einen Kreis rund um Aachen handelt, kann man jederzeit abkürzen und schnell nach Hause laufen, sollten einen die Kräfte doch verlassen.
Danke für das Gespräch – und nochmal Gratulation zu dieser starken Leistung!
Ich danke der Sektion ebenfalls für die Möglichkeit, die neue Route quasi exklusiv testen und hier beschreiben zu dürfen!
Der Aachener Gipfelsteig führt in drei Etappen durch die schönsten Gebiete rund um Aachen. Eine Übersichtskarte gibt es als praktischen Flyer in unserer Geschäftsstelle und zum Download auf dav-aachen.de. Alle Etappen sind auch detailliert im DAV-Portal alpenvereinaktiv.com beschrieben.
Der Aachener Gipfelsteig ist ein Projekt vom Dutch Mountain Film Festival (DMFF, Webseite: www.dmff.eu), dem grenzüberschreitenden Bergfilmfestival in der Region, und der DAV Sektion Aachen, und wird unterstützt von simpatec und nieuw+eken. Das Dutch Mountain Film Festival wird gefördert von der Stadt Aachen im Rahmen der Kulturarbeit außerhalb städtischer Einrichtungen (KAStE).

